Ach, nach dem ist das benannt!

Manche Unprominente sind zwar unbekannt, aber Artikel über sie kann man nicht schreiben. Aus einem einfach Grund: Sie hätten keinen Überraschungswert, einfach weil man an ihrem Namen direkt erkennt, was es für Leute gewesen sein müssen. Deshalb hier eine kurze Liste von Unprominenten, nach denen bekannte Dinge benannt sind.

Henrietta Lacks, unfreiwillige Mutter unsterblicher Zellen

Im Jahre 1951 wurde Henrietta Lacks einer Biopsie unterzogen, in der Hoffnung, ihren Gebärmutterhalskrebs zu behandeln. Zellen aus dieser Probe wurden verwendet, um den ersten unsterblichen Zellstamm (nach ihr „HeLa-Zellen“ genannt) für die medizinische Forschung zu gewinnen. Das war nicht nur für die Forschung eine wichtige Entwicklung, sie wirft auch zentrale Fragen der Medizinethik auf, denn die Afroamerikanerin war weder gefragt noch entschädigt worden für die Verwendung ihrer Zellen.

Melitta Bentz, Erfinderin des Kaffeefilters

Bevor Melitta Bentz den Kaffeefilter erfand, schwamm das Kaffeepulver im Getränk mit herum, sammelte sich überall und verdreckte einem oft die Zähne. Insofern hat Melitta Bentz bis heute viele, viele Jünger, die ohne ihren Kaffee einfach nicht in den Tag starten können.

Tim Berners-Lee, Entwickler des World Wide Web

Irgendwie haben die meisten Leute eine falsche Vorstellung davon, wie lange es das World Wide Web schon gibt. Wobei die ältere Generation es für völlig neu hält, wogegen es für die Jüngeren eigentlich schon immer existiert haben könnte. Tatsächlich wurde das WWW im August 1991 der Öffentlichkeit zugänglich. Entwickelt wurde es am CERN, dem internationalen Kernforschungszentrum in der Schweiz, von Tim Berners-Lee.

Hedy Lamarr, Filmschauspielerin und Erfinderin

Hedy Lamarr war nicht nur eine erfolgreiche Schauspielerin. Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sie auch eine Funktechnologie namens Frequenzsprungverfahren, das heute in jeder Menge kabelloser Verbindungen Anwendung findet (z. B. Bluetooth).

Edward Jenner, der Vater der Impfung

Edward Jenner ist der Vater der Impfung. Er fand heraus, dass man Menschen absichtlich mit Kuhpocken infizieren kann, um sie immun gegen Pocken zu machen. Da war er nicht der erste, aber er baute darauf eine ganze Kampagne der systematischen Impfung auf, an deren Ende die Pocken, eine der schlimmsten Seuchen aller Zeiten, komplett ausgerottet wurden.

Alice Liddell, kleines Mädchen und Muse

Alice Liddell war ein kleines Mädchen, das gerne mit einem Freund der Familie Zeit verbrachte – mit Charles Lutwidge Dodgson, den Sie vielleicht besser unter seinem Künstlernamen kennen: Lewis Carroll. Er erzählte Alice und ihren zwei Schwester, Lorina und Edith, immer wieder Geschichten. Alice wurde die Figur in einer Geschichte, die irgendwann als Buch erschien und die wir uns heute noch immer wieder erzählen: Wie die kleine Alice einem chronisch verspäteten Kaninchen in dessen Bau folgt und ins Wunderland kommt.

Martin Niemöller, Theologe, KZ-Überlebender und Poet

Martin Niemöller war ein evangelischer Theologe, der ursprünglich den Nationalsozialismus positiv sah, sich dann aber zum Regimekritiker entwickelte. Nach dem Krieg trat er für eine Reformation der Kirche ein. Er ist international für ein Gedicht bekannt, das Apathie gegenüber den Tyrannen thematisiert.

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