Alice Liddell, kleines Mädchen und Muse

Name: Alice Pleasance Liddell (nach ihrer Hochzeit trug sie den Namen Hargreaves)

Auch bekannt als: Alice im Wunderland

Lebensdaten: 4. Mai 1852 in Westminster bis 16. November 1934 in Westerham

In aller Kürze: Alice Liddell war ein kleines Mädchen, das gerne mit einem Freund der Familie Zeit verbrachte – mit Charles Lutwidge Dodgson, den Sie vielleicht besser unter seinem Künstlernamen kennen: Lewis Carroll. Er erzählte Alice und ihren zwei Schwester, Lorina und Edith, immer wieder Geschichten. Alice wurde die Figur in einer Geschichte, die irgendwann als Buch erschien und die wir uns heute noch immer wieder erzählen: Wie die kleine Alice einem chronisch verspäteten Kaninchen in dessen Bau folgt und ins Wunderland kommt.

Im Detail: Alice Liddell war eins von zehn Kindern des anglikanischen Dekans Henry Liddell und seiner Frau Lorina Hanna Liddell (geb. Reeve) des Colleges Christ Church in Oxford. Die Familie freundete sich mit dem Mathematiker Charles Lutwidge Dodgson an, als Alice noch ein kleines Mädchen war. Dodgson war ein sehr schüchterner Mann, der aber im Kontakt mit Kindern aufblühte. Vor allem die kleine Alice Liddell, ein kluges und aufgewecktes Mädchen, begeisterte ihn besonders. Er verbrachte viel Zeit mit ihr und nahm viele Fotos von ihm auf. (Das sorgte dafür, dass ihm heute von einigen pädophile Motive unterstellt werden, was allerdings wenig plausibel ist, denn das Ablichten kleiner Mädchen war nicht etwa bloß sein Hobby, sondern damals eine allgemeine Modeerscheinung in England – als Symbol für Unschuld und Reinheit.)

Am 4. Juli 1862 unternahm er dann eine Bootsfahrt mit der Familie und Alice bat Dodgson, ihren Schwestern Lorina und Edith und ihr eine Geschichte zu erzählen. Er erfand eine Geschichte über ein Mädchen namens Alice, das in einen Kaninchenbau fiel und ins Wunderland kam. (Auch wenn es damals noch nicht Wunderland hieß.) Später erschien das Buch unter seinem Künstlernamen Lewis Carroll.

In welchem Maße die fiktive Alice mit der realen gleichzusetzen ist, ist unklar. Lewis Carroll stritt das später ab, nachdem er sich mit der Liddell-Familie überworfen hatte. Trotzdem enthalten sowohl Alice im Wunderland als auch Alice hinter den Spiegeln Anspielungen auf Alice’s kompletten Namen – unter anderem in einem Gedicht in Hinter den Spiegeln.

Auf jeden Fall hat die fiktive Alice sehr viel von der realen geerbt. Ihre Neugier und ihre Schläue, der charmante Charakter, das sind Eigenschaften, die von Alice Liddell inspiriert wurden. Auch einige Szenen in den Büchern kommen direkt von ihr. So spielte die kleine Alice offenbar gerne, sie wäre zwei Personen. Und in Alice im Wunderland schimpft die Hauptfigur mit sich selbst.

Auf diese Weise ist Alice Liddell uns ewig als Kind erhalten. So sehr, dass sie bis heute in Lexika unter ihrem Mädchennamengeführt wird, obwohl sie später heiratete und den Großteil ihres Lebens den Namen Hargreaves trug. Auch wenn das Kind erwachsen wurden und erst im Alter von 82 Jahren verstarb, wird sie für uns immer ein Kind bleiben – die liebenswerte Muse Lewis Carrolls.

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