Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber, „Stille Nacht, heilige Nacht…“

Namen: Joseph Franz Mohr und Conrad Franz Xaver Gruber (Gemälde oben)

Lebensdaten Mohr: 11. Dezember 1792 in Salzburg bis 4. Dezember 1848 in Wagrain

Lebensdaten Gruber: 25. November 1787 in Unterweitzberg in Hochburg-Ach bis 7. Juni 1863 in Hallein

In aller Kürze: Joseph Mohr (Texter) und Franz Xaver Gruber (Komponist) schrieben eines der bekanntesten Weihnachtslieder der Welt: Stille Nacht, heilige Nacht.

Im Detail: „Stille Nacht, Heilige Nacht! Alles schläft; einsam wacht…“, mit diesen Worten beginnt eines der berühmtesten Weihnachtslieder der Geschichte. In über 100 Sprachen übersetzt ist es weltweit bekannt. Die englische Version des amerikanischen Sängers Bing Crosby aus dem Jahre 1935 gehört gar zu den zehn erfolgreichsten Singles aller Zeiten. Trotzdem kennt kaum jemand die Namen seiner beiden Autoren. Seine Geschichte beginnt in einem kleinen Dorf in Österreich.

Der Hilfspfarrer Joseph Mohr hatte bereits 1816 den Text von Stille Nacht, heilige Nacht als Gedicht geschrieben. Wirklich zum Leben erwachte der Text aber erst durch einen Freund Mohrs: den Lehrer, Organisten und Komponisten Franz Xaver Gruber, welcher die Melodie schrieb.

Im kleinen Örtchen Oberndorf bei Salzburg in der St.-Nikolai-Kirche führten die beiden das Lied zum Heiligabend 1818 als Duett auf. Obwohl wir es heute eher mit der Orgel verbinden und obwohl Gruber Organist war, begleitete er es übrigens auf der Gitarre. Das war nötig, weil Gruber ja mitsang, was an der Orgel schwierig ist. Die beiden konnten schließlich nicht ahnen, was für einen Klassiker sie geschrieben hatten. Wenn sie vorher gewusst hätten, dass ihr Lied um die Welt gehen würde, hätten sie sich dafür vielleicht die Mühe gemacht, einen weiteren Sänger zu suchen und den Komponisten an die Orgel zu setzen.

Trotzdem war das Lied ein großer Erfolg und schaffte auch rasch den Sprung an die Orgel. Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber waren nämlich mit einem Organisten befreundet. Ein Mann namens Karl Mauracher nahm das Stück mit sich nach Fügen – ein weiteres kleines Dorf, diesmal im Zillertal.

Von da an verbreitete sich das besinnliche Lied erst langsam und dann immer schneller. Dabei wurde es auch ein wenig überarbeitet, sodass die Version, die wir alle kennen, nicht mehr exakt dem Original entspricht.

Das Lied wurde in immer mehr Sprachen übersetzt und entwickelte sich zum einem weltweiten Klassiker. Angeblich ist es das Lieblingslied von Papst Franziskus.

Seine absolute Sternstunde dürfte Stille Nacht, heilige Nacht jedoch Weihnachten 1914 erlebt haben. An der Westfront saßen die Soldaten beider Seiten im Grabenkrieg fest. Zu Weihnachten hatten sie angeblich wieder zu Hause sein sollen. Doch danach sah es überhaupt nicht aus. Im Spätherbst und Winter hatte sich das Wetter zu einem größeren Feind entwickelt als die Kugeln der Gegner. Und die Kommandanten schienen den Soldaten fernen denn je.

Doch Weihnachten 1914 war das Wetter erträglich. Der Himmel war klar und der Frost ließ das Wasser und den ewigen Schlamm in den Schützengräben zu solidem Eis gefrieren. Und in einer Kampfpause hörten die britischen Soldaten plötzlich Gesang von der deutschen Seite. Der Text war ihnen fremd, aber die Melodie von Silent Night (so heißt das Lied auf Englisch) erkannte sie alle. Also sangen sie mit.

So begann auf dem Frontabschnitt der berühmte Weihnachtsfrieden, bei dem mitten im Ersten Weltkrieg die Soldaten der verfeindeten Mächte spontan zusammen Weihnachten feierten – sangen, Geschenke austauschten, Fußball spielten, Gefallene begruben. In anderen Gebieten kam es aus anderen Impulsen zu Waffenstillständen an Weihnachten. Aber an jenem Frontabschnitt wurde er ermöglicht, weil beide Seiten dasselbe Weihnachtslied kannten: Stille Nacht, heilige Nacht.

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